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Aktuelle Hochwassergefahr

Aktualisiert am: 29.05.2016, 19:00

Aktuelle Hochwassergefahr für die ganze Schweiz

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Naturgefahrenbulletin

Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Sonntag, 29. Mai 2016 12:00 Uhr
Nächste Information: Montag, 30. Mai 2016 12:00 Uhr

Mässige Hochwassergefahr in den westlichen Landesteilen und im Tessin

Die gewittrigen Niederschläge vom Sonntag führen insbesondere in kleinen und mittleren Flüssen zu starken Abflussanstiegen. Auch für die Aare, die Saane, die Emme, die Kleine Emme, die Reuss, den Hochrhein sowie Thuner-, Bieler- und Vierwaldstättersee gilt mässige Hochwassergefahr. Die mässige Hochwassergefahr an der Maggia bleibt bestehen.
Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Hochwasser 2 Aare unterhalb Bielersee 26.05.16, 12 Uhr 31.05.16, 12 Uhr
Hochwasser 2 Genferseebecken, Jura, Tessin, Wallis, westlicher Alpennordhang, westliches Mittelland, zentraler Alpennordhang, zentrales Mittelland 28.05.16, 20 Uhr 30.05.16, 12 Uhr
Hochwasser 2 Aare unterhalb Thunersee 28.05.16, 20 Uhr 31.05.16, 12 Uhr
Hochwasser 2 Maggia 29.05.16, 08 Uhr 30.05.16, 12 Uhr
Hochwasser 2 Emme, Hochrhein , Kleine Emme, Reuss, Saane 29.05.16, 12 Uhr 30.05.16, 12 Uhr
Hochwasser 2 Bielersee, Thunersee, Vierwaldstättersee 30.05.16, 00 Uhr 31.05.16, 12 Uhr

Wetter

Aktuelle Situation

Der Alpenraum befindet sich im Einflussbereich einer flachen Tiefdruckzone mit Zentrum über Frankreich und Deutschland. Mit mässigen süd- bis südwestlichen Höhenwinden ist ausgesprochen feuchte und instabil geschichtete Luft eingeflossen. Dadurch wurden am Samstag und in der Nacht auf Sonntag teils intensive Regenschauer und Gewitter mit lokalem Hagelschlag ausgelöst.

Dabei sind in einem schmalen Streifen vom Unterwallis über den Kanton Freiburg und die Region Bern bis ins Emmental 30 bis 40, lokal 50 mm Regen gefallen. An der Station Aigle wurden knapp 70 mm registriert. Auch im Tessin wurden gebietsweise 30 bis 70 mm Regen gemessen. In den übrigen Regionen lagen die Mengen zwischen 5 und 20 mm.

Prognose

Im Laufe des Sonntags und in der Nacht auf Montag wird die über uns liegende feuchte Luftmasse aktiviert. Dabei sind vielerorts teils intensive gewittrige Regenfälle möglich. Dem Jura entlang sowie am zentralen und westlichen  Alpenhauptkamm sind dabei Niederschlagsmengen von 30 bis 50 mm zu erwarten, in der Simplon-Region sowie im Tessin und im Misox 40-60 mm.

Die Niederschläge sind gewittrig durchsetzt, dies kann lokal zu höheren Spitzen führen. Auch in den übrigen Gebieten sind in Zusammenhang mit Gewittern innert kurzer Zeit rund 30 mm, lokal bis 50 mm Regen möglich. Sowohl die Niederschlagsmengen als auch deren Verteilung sind mit grösseren Unsicherheiten behaftet. Die Schneefallgrenze liegt zunächst auf 2600 bis 3000 Metern und sinkt auf Montag auf rund 2400 Meter ab.

Im Laufe des Montags lassen die Niederschläge rasch nach. In der Folge bleibt das Wetter veränderlich, grössere Niederschlagsmengen sind aber vorerst nicht mehr zu erwarten.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Situation

Die Abflüsse sind am Sonntagmittag mehrheitlich erhöht - in den Alpen aufgrund der Schneeschmelze, sonst wegen der gewittrigen Niederschläge. Vereinzelt führten die Gewitter zu Abflussspitzen im Bereich der Gefahrenstufe 2, wie beispielsweise an der Gürbe und der Worble. Auch die meisten Seepegel stiegen an.

Prognose

Die teilweise gewittrigen Niederschläge führen insbesondere in kleinen und mittelgrossen Flüssen zu teils starken Abflussanstiegen. In den bewarnten Regionen kann lokal die Gefahrenstufe 2 erreicht werden.

Die genaue Lage und Intensität der zu erwartenden gewittrigen Niederschläge ist nicht zuverlässig zu prognostizieren. Es ist deshalb unklar, welche Einzugsgebiete am stärksten betroffen sein werden. Ein Schwerpunkt zeichnet sich am westlichen und zentralen Alpennordhang ab, so dass die Saane, die Aare und die Emme, der Thuner- und Bielersee die Gefahrenstufe 2 erreichen können. Falls der Niederschlagsschwerpunkt leicht östlicher liegt, werden die Kleine Emme, die Reuss und der Vierwaldstättersee und in der Folge der Hochrhein mit starken Pegelanstiegen reagieren. Aufgrund der Unsicherheit werden all diese Gewässer neu mit Gefahrenstufe 2 bewarnt. Im weiteren werden auch die Birs und die Broye ansteigen. Es ist nicht auszuschliessen, dass sie die Grenze zur Gefahrenstufe 2 erreichen.
Auch die Wasserstände vom Neuenburger- und Murten-, sowie vom Brienzer- und Genfersee werden aufgrund der hohen Zuflüsse steigen. Die Höchststände werden anfangs Woche erwartet. Die Gefahrenstufe 2 kann an diesen Seen nicht ausgeschlossen werden.

Auf der Alpensüdseite bleibt die Gefahrenstufe 2 für die Maggia bestehen. Die Pegel von Lago Maggiore und Lago di Lugano steigen an. Voraussichtlich wird hier die Grenze zur Gefahrenstufe 2 nicht erreicht.

 

Station Gefahrenstufe Maximum Zeitpunkt Maximum
Aare-Bern 2 350 - 400 m³/s 29.05.16, 12:00 Uhr - 30.05.16, 06:00 Uhr
Aare-Murgenthal 2 650 - 800 m³/s 29.05.16, 18:00 Uhr - 30.05.16, 06:00 Uhr
Bielersee - Ligerz 2 429.70 - 429.85 m ü. M. 30.05.16, 00:00 Uhr - 23:00 Uhr
Emme-Wiler 2 100 - 300 m³/s 29.05.16, 18:00 Uhr - 30.05.16, 06:00 Uhr
Kleine Emme-Emmen 2 100 - 320 m³/s 29.05.16, 18:00 Uhr - 30.05.16, 06:00 Uhr
Maggia-Locarno 2 500 - 800 m³/s 29.05.16, 16:00 Uhr - 22:00 Uhr
Reuss-Mellingen 2 350 - 500 m³/s 29.05.16, 18:00 Uhr - 30.05.16, 12:00 Uhr
Rhein-Rheinfelden 2 2000 - 2500 m³/s 30.05.16, 00:00 Uhr - 12:00 Uhr
Saane-Laupen 2 300 - 500 m³/s 29.05.16, 18:00 Uhr - 30.05.16, 06:00 Uhr
Thunersee - Spiez 2 557.90 - 558.05 m ü. M. 30.05.16, 00:00 Uhr - 23:00 Uhr
Vierwaldstättersee - Luzern 2 433.90 - 434.05 m ü. M. 30.05.16, 00:00 Uhr - 23:00 Uhr

Schnee

Aktuelle Situation

Die Schneemengen sind im langjährigen Vergleich durchschnittlich. Die mittlere Schneelagengrenze lag heute Morgen 6 Uhr zwischen 1900m (im Norden) und 2200m (im Süden) und ist stark expositionsabhängig. Oberhalb von 3400m ist die Schneedecke mehrheitlich trocken, darunter ist sie durchfeuchtet.

Prognose

Bis Dienstagmorgen regnet es unterhalb von 2800m (im Nordosten unterhalb von 3000m) in die bestehende Schneedecke. Dies führt vor allem in den Regionen Aare, Limmat und Reuss zu erhöhten Schmelzraten.

Bis Montag 6 Uhr werden in den genannten Regionen und in einem Höhenband von 1900m bis 2500m Schmelzmengen von ca. 20-30mm/Tag (Spitzenwerte bis 50mm) erreicht. Von Montag 6 Uhr bis Dienstag 6 Uhr sind die Schmelzmengen mit ca. 10-20mm/Tag (Spitzenwerte bis 40mm) geringer.



Kontextspalte

Gefahrenstufe 1 (Keine oder geringe Gefahr)
Gefahrenstufe 2 (Mässige Gefahr)
Gefahrenstufe 3 (Erhebliche Gefahr)
Gefahrenstufe 4 (Grosse Gefahr)
Gefahrenstufe 5 (Sehr grosse Gefahr)
Keine Gefahrenstufe
Gefahrenstufe 1 (Keine oder geringe Gefahr)
  • Auswirkungen: Keine (wesentliche) Gefährdung
  • Verhalten: Der Aufenthalt im Bereich von Gewässern ist unproblematisch. Wachsamkeit ist jedoch stets erforderlich.
Gefahrenstufe 2 (Mässige Gefahr)
  • Auswirkungen: Lokale Ausuferungen/Überflutungen an exponierten Stellen unwahrscheinlich
  • Verhalten: Der Aufenthalt im Bereich von Fliessgewässern kann gefährlich sein. Halten Sie vorsichtshalber genügend Abstand. Verfolgen Sie die Situation und treffen Sie erste Schutzmassnahmen. Weitere Informationen unter «Verhalten während eines Hochwassers».
Gefahrenstufe 3 (Erhebliche Gefahr)
  • Auswirkungen: Lokale Ausuferungen/Überflutungen an exponierten Stellen
  • Verhalten: Der Aufenthalt im Bereich von Fliessgewässern ist äusserst gefährlich. Halten Sie sich fern. Verfolgen Sie die Situation und treffen Sie die nötigen Schutzmassnahmen. Weitere Informationen unter «Verhaltensempfehlungen bei Hochwasser».
Gefahrenstufe 4 (Grosse Gefahr)
  • Auswirkungen: Vermehrte Ausuferungen und Überflutungen
  • Verhalten: Der Aufenthalt im Bereich von Fliessgewässern ist äusserst gefährlich. Halten Sie sich fern. Verfolgen Sie die Situation und treffen Sie die nötigen Schutzmassnahmen. Weitere Informationen unter «Verhaltensempfehlungen bei Hochwasser».
Gefahrenstufe 5 (Sehr grosse Gefahr)
  • Auswirkungen: Vielerorts Ausuferungen und Überflutungen
  • Verhalten : Der Aufenthalt im Bereich von Fliessgewässern ist äusserst gefährlich. Halten Sie sich fern. Verfolgen Sie die Situation und treffen Sie die nötigen Schutzmassnahmen. Weitere Informationen unter «Verhaltensempfehlungen bei Hochwasser».
Keine Gefahrenstufe

Keine Beurteilung vorhanden.