Am Donnerstag muss in der ganzen Schweiz mit zeitweise intensiven, ergiebigen und teils gewittrigen Niederschlägen gerechnet werden. Auf der Alpensüdseite werden die Niederschläge aufgrund der eingelagerten Gewitter und staubedingt besonders kräftig ausfallen. Durch die kräftige Süd- bis Südwestströmung greifen die Niederschläge von Süden her über den Alpenhauptkamm und es ist davon auszugehen, dass auch in den nördlich angrenzenden Regionen sehr grosse Niederschlagsmengen fallen werden. Die Schneefallgrenze liegt zunächst zwischen 3500 und 3800 Metern und sinkt bis am Donnerstagabend auf 3000 bis 3300 Meter, auf der Alpennordseite und im Wallis in der Nacht auf Freitag schliesslich gegen 2700 Meter.
Zwischen Mittwochabend und Freitagmorgen werden vom Val Medel über das Valsertal und Rheinwald bis ins Avers 120 bis 160 mm Niederschlag erwartet. Dies entspricht einer Warnung der Stufe 5. Von der Surselva über das Safiental bis ins Surses ist mit Niederschlagsmengen von 80 bis 120 mm zu rechnen. Dies entspricht einer Warnung der Stufe 4. In der übrigen Deutschschweiz und der Westschweiz muss flächig mit 25 bis 50 mm, gebietsweise mit 50 bis 80 mm gerechnet werden. Da sich die Regionen mit den grössten Mengen nicht eingrenzen lassen, gilt grossflächig eine Warnung der Stufe 3.
Auf der Alpensüdseite gelten ebenfalls Warnungen der Stufe 3 und 4. Es werden Niederschlagsmengen zwischen 140 und 180 mm erwartet, lokal sind 200 mm oder mehr möglich. Vor allem in der Region Locarnese dürften die Niederschlagsmengen höher ausfallen und es ist mit Mengen zwischen 200 und 260 mm zu rechnen, lokal auch mehr. Im Südtessin werden die Mengen wahrscheinlich etwas geringer ausfallen, besonders Richtung Mendrisiotto.
Durch eingelagerte Gewitter können innert kurzer Zeit grössere Niederschlagsmengen fallen. Besonders auf der Alpensüdseite, lokal aber auch in den übrigen Gebieten können Stundensummen von 15 bis 30 mm, möglicherweise auch höhere Werte auftreten.
Die grösste Unsicherheit betrifft die räumliche und zeitliche Verteilung der höchsten Niederschlagsmengen. Von der West- bis Nordwestschweiz war die intensivste Phase vom Ereignis zwischen Mittwochabend und Donnerstagvormittag. Im Wallis, der restlichen Deutschschweiz und auf der Alpensüdseite erwarten wir die intensivste Phase am Donnerstag tagsüber. Nach einer kurzen Pause können sich im Süden in der Nacht auf Freitag noch einmal Gewitter bilden. Aus diesem Grund wurde die Warnung hier bis Freitagmorgen verlängert. Während dieser Zeit muss auf der Alpensüdseite zwischen dem Maggiatal und dem Bleniotal mit kräftigen stationären Gewitterlinien gerechnet werden, deren exakte Position ist aber unsicher. Die Kaltfront am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag könnte besonders dem Alpennordhang entlang nochmals für kräftige Niederschläge sorgen.