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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Samstag, 21. November 2015 04:38 Uhr
Nächste Information: Samstag, 21. November 2015 12:00 Uhr

Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Hochwasser 2 Alpennordhang, Jura, Wallis, östliches Mittelland 20.11.15, 12 Uhr 21.11.15, 12 Uhr

Kaltfront bringt Starkregen und stürmischen Wind. Hochwasserwarnung an kleinen und mittleren Fliessgewässern.

Von Freitag auf Samstag sorgte eine Kaltfront mit ergiebigem Niederschlag und stürmischem Westwind für einen markanten Wetterumschwung. Die Pegel der kleinen und mittleren Fliessgewässer können kurzfristig stark ansteigen.

Wetter

Aktuelle Situation

Eine markante Kaltfront und mit ihr ein Starkwindband in der Höhe ist am Freitagabend und in der Nacht auf Samstag von Nord nach Süd über die Schweiz hinweggezogen.

Mit Frontdurchgang sowie im Vorfeld der Front sind insbesondere entlang des Reliefs beträchtliche Niederschlagsmengen gefallen: In Höhenlagen oberhalb von rund 800 Metern sind verbreitet 50 bis 80 mm Niederschlag gemessen worden, an einzelnen Messstationen im westlichen Jurabogen, in den westlichen Alpen sowie in den östlichen Voralpen waren es sogar 80 bis 120 mm. Im Flachland und inneralpin waren die Niederschlagsmengen mit 20 bis 50 mm geringer.

Der Wind hat in der Nacht deutlich nachgelassen, die Sturmwarnungen wurden bereits zu einem früheren Zeitpunkt aufgehoben. Schon am Freitag wurden auf dem Jungfraujoch, dem Pilatus und dem Säntis Böenspitzen von 150 km/h registriert, an den übrigen exponierten Gipfelstationen waren es zwischen 120 und 150 km/h. Im Flachland wurden oberhalb von rund 600 Metern 90 bis 110 km/h gemessen, in tieferen Lagen 65 bis 90 km/h.

Prognose

Auf der Rückseite der Front fliesst am Wochenende hochreichend labile Polarluft zur Schweiz und bringt der Alpennordseite einen markanten Wintereinbruch.

Die Schneefallgrenze ist in der Nacht auf Samstag rasch auf 700 bis 1100 m gefallen, und sinkt nun im Verlauf des Samstags weiter ab bis in tiefe Lagen. Die Niederschläge dauern insbesondere im Jura und entlang des Alpennordhangs über das ganze Wochenende an, jedoch mit unterschiedlicher Intensität und mehrheitlich in Form von Schneeschauern. Die Regenwarnung der Stufe 3 wurde somit aufgehoben, für die erwähnten Gebiete sind jedoch bereits Schneewarnungen der Stufe 2 aktiv, bis Sonntagabend kann mit 30 bis 70 cm Neuschnee gerechnet werden.

Der Wind weht auf dem Alpenkamm weiterhin stark bis stürmisch aus west-nordwestlicher Richtung und greift im Verlauf des Samstags als böiger Nordwind in die Niederungen der Alpensüdseite durch, im Süden sind daher Windwarnungen der Stufe 2 aktiv.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Situation

Im Mittelland und Jura liegt derzeit eine ausgeprägte Niedrigwassersituation vor, die sich teilweise bis in die Voralpen ausgedehnt hat.

Prognose

Aufgrund der vorhergesagten intensiven Niederschläge sind ab Freitagnachmittag verbreitet vorübergehende Abflussanstiege zu erwarten, insbesondere an den kleinen und mittleren Flüssen im Jura, am Alpennordhang, im östlichen Mittelland und im Wallis. Die Abflussspitzen werden vorwiegend für die Nacht von Freitag auf Samstag vorhergesagt. In den grösseren Flüssen werden voraussichtlich keine Gefahrenschwellen überschritten. Die fallende Schneefallgrenze wird dafür sorgen, dass ab Samstagmorgen die Niederschläge zum Grossteil nicht mehr abflusswirksam werden.

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