Klimawandel und Naturgefahren
Auf der Erde wird es immer wärmer. Seit dem späten 19. Jahrhunderts ist die globale Oberflächentemperatur um 0.8°C angestiegen. Seit Beginn der systematischen Messungen im Jahr 1864 ist es in der Nordschweiz im Jahresmittel um 1.2°C bis 1.5°C wärmer geworden, in der Südschweiz um etwas 0.9°C. Das Klima hatte und hat eine sehr grosse Variabilität, das wird auch in Zukunft nicht anders sein.
Unabhängig von der heutigen globalen Erwärmung sind deshalb Anzahl und Intensität von Extremereignissen starken Schwankungen unterworfen. Aufgrund der treibhausbedingten Erhöhung der sensiblen und latenten Energieanteile in der Atmosphäre ist künftig trotzdem mit einer Zunahme von Extremereignissen zu rechnen.
Je nach Region und Jahreszeit wird die Entwicklung bezüglich Naturgefahren in der Schweiz wie folgt eingeschätzt:
-
Gefahr durch Gewitter und andere Stürme:
Durch den Treibhauseffekt nehmen der Energie- und der Wassergehalt der Atmosphäre zu. Dies hat eine Erhöhung des Potenzials für Föhn- und Gewitterstürme zur Folge. Ausserdem nimmt der Klimawandel entscheidenden Einfluss auf die Zugbahnen der Winterstürme. Die Zugbahnen atlantischer Tiefdruckgebiete verschieben sich zusehends nach Norden. Dabei wird der Kerndruck dieser Luftmassen gesenkt. Dadurch können einzelne Ereignisse verheerender sein als bisher.
In Zukunft werden Föhn- und Gewitterstürme häufiger auftreten und schwerwiegendere Folgen haben. Bei Klimaerwärmung werden Winterstürme in der Schweiz aufgrund der Verschiebung der Zugbahnen seltener, im Ereignisfall jedoch heftiger.
-
Hochwassergefahr:
Aufgrund der generell höheren Temperaturen nehmen klimatische Extremereignisse zu. Einerseits sind höhere Niederschlagsintensitäten zu erwarten. Andererseits führen die vermehrten Niederschläge im Winter zu regionalen und saisonalen Verschiebungen der Abflüsse. Hochwasserereignisse werden häufiger und die Unwettersaison wird sich sowohl in den Spätwinter als auch in den Spätherbst ausdehnen.
-
Gefahr durch Massenbewegungen:
Die zu erwartenden wärmeren und niederschlagsreicheren Winter können die Gefahr von Massenbewegungen erhöhen, da das Vorhandensein von Wasser bei Hanginstabilitäten ein entscheidender Faktor ist. Besonders betroffen sind geologisch ungünstige Regionen, in denen Flysch, Molasse, alpine Schiefer oder feinkörniger Gehängeschutt dominieren. Zudem werden sich im Hochgebirge– lokal und längerfristig der Schwund der Gletscher und das Auftauen des Permafrostes negativ auf die Hangstabilität auswirken.
-
Gefahr durch Kälte:
Kältewellen und Frosttage werden seltener.
-
Gefahr durch Hitze und Trockenheit:
Hitzewellen und Sommertrockenheit werden häufiger.
Weitere Informationen zu diesem Thema
|
|
|
 |
Klimaänderung
und
Naturkatastrophe
n in der Schweiz Faktenblatt von
MeteoSchweiz und
PLANAT 24.
Januar 2007 mehr >> Download: (PDF, 665 KB) [de]
| |
|
|