Lawinen
Ein Lawinenabgang ist ein Vorgang, bei dem sich im Anrissgebiet losgelöster Schnee oder Eis plötzlich und schnell in einer Sturzbahn als gleitende Masse oder wirbelndes Schnee-Luftgemisch abwärts bewegt und in einem Ablagerungsgebiet zum Stillstand kommt.
Wie entsteht eine Lawine?
Eine Schneedecke ist kein ruhig daliegendes Gebilde. Aufgrund ihrer Verformbarkeit befindet sich die gesamte Schneedecke dauernd in einer langsamen Kriechbewegung in Fallrichtung des Hanges. Die Kräfte, die in einer Schneedecke wirken, entstehen in erster Linie aus ihrem Eigengewicht. Durch Veränderungen in der Hangneigung entstehen Veränderungen in der Bewegungsgeschwindigkeit, was wiederum Übergangszonen mit Zug- und Druckkräften bewirkt. Wenn die Kräfte zwischen zwei Schichten oder parallelen Bewegungen gegeneinander wirken, entstehen Scherkräfte. Zusätzliche Belastungen im Anrissgebiet, z.B. durch Skifahrer, bewirken veränderte Spannungen in der Schneedecke, was der Auslöser zur Bildung eines Initialrisses sein kann. Dieser Riss setzt sich mit bis zu 100 m/sec fort, und an seinen seitlichen Begrenzungsflächen entstehen Sekundärrisse. Sobald das Schneebrett durch Sekundärrisse vollständig abgelöst ist, fängt es an zu gleiten und kann dabei als Schneebrett (Fliesslawine) Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h erreichen. Dies beschreibt die typische Skifahrerlawine.
Grosse Lawinen, die Schäden im Siedlungsraum oder an Infrastrukturen verursachen, werden als Katastrophen- oder Schadenlawinen bezeichnet. Die Katastrophenlawine ist in den meisten Fällen eine kombinierte Fliess-Staublawine. Die Bildung einer Staublawine wird begünstigt, wenn die Sturzbahn plötzlich deutlich steiler wird, oder wenn sie über steil abstürzende Felsbänder führt. Die Lawine löst sich dabei vom Boden und kann als Schnee-Luft-Gemisch durch erheblich verminderte Reibung Geschwindigkeiten von gegen 300 km/h erreichen. Die Zerstörungskraft von Lawinen ist gewaltig. Während des Lawinenabganges reisst die Lawine Bäume und Felsbrocken mit sich und trägt den vorhandenen Schnee oft bis auf den Grund ab. Verliert die Lawine durch die zunehmende Reibung Energie, kommt sie im Ablagerungsgebiet zum Stillstand.
Lawinenklassifikation
Welche Schäden können entstehen?
Im Mittel der letzten 20 Jahre kamen pro Jahr 22 Menschen in Lawinen ums Leben. Die meisten der Lawinenopfer starben im freien Gelände bei der Ausübung eines Schneesportes. Lawinen verursachen aber auch riesige Schäden an Gebäuden, Infrastrukturen und Wäldern. Die Lawinengefahr wird europaweit mit einer einheitlichen Lawinengefahrenskala eingestuft. Mit dem Ansatz des integralen Risikomanagementes versucht man, die Lawinengefahr zu kontrollieren.
Text: A. Schilling, Eidgenössisches Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF
Weitere Informationen zu diesem Thema
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Eidgenössisches Institut für Schnee- und Lawinenforschung
http://www.slf.ch/ |
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Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft
http://www.wsl.ch |
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White Risk – interaktive Lawinenprävention
http://www.whiterisk.org/ |
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Der
Lawinenwinter
1999 Ereignisanalyse.
Herausgeber:
Eidgenössisches
Institut für
Schnee- und
Lawinenforschung
(SLF)
und E... mehr >>
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Leben mit dem
Lawinenrisiko Die Lehren aus
dem
Lawinenwinter
1999.
Herausgeber:
Bundesamt für
Umwelt, Wald und
Landschaft
(BUW... mehr >>
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