Erneuerung des nationalen Messnetzes für starke Erdbeben
Der Bundesrat will das nationale Messnetz für starke Erdbeben (Starkbebennetz) erneuern. Damit ist die Registrierung von Erdbeben zur Aktualisierung der Gefährdungsmodelle, die Lieferung von Echtzeit-Daten im Ereignisfall und die Analyse von Schadenereignissen auch künftig sichergestellt.
Das aktuelle Starkbebennetz der Schweiz, dessen Betrieb zu den Kernaufgaben des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED - ETH Zürich) gehört, wurde vorwiegend zwischen 1991 und 1995 installiert. Es besteht heute aus 65 über die Schweiz verteilten Freifeld-Stationen, 32 Stationen zur Überwachung von 5 Talsperren und 12 Stationen in Tunnels. Von den 65 Geräten des Freifeldnetzes sind die meisten technologisch veraltet und erreichen das Ende ihrer Lebensdauer.
Deswegen hat der Bundesrat die Installation und Finanzierung von 30 neuen Stationen in einer ersten Phase (2009-2012) beschlossen. Die Stationen werden durch den SED installiert und in Betrieb genommen. Die Kosten für die erste Projektphase betragen 1,9 Mio Franken und werden vom Bundesamt für Umwelt (BAFU), vom Bundesamt für Strassen (ASTRA), vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI), von den SBB und vom Schweizerischen Pool für Erdbebendeckung der kantonalen Gebäudeversicherungen (KGV) gemeinschaftlich getragen. Diese Kosten verursachen keine Kreditaufstockungen. Ausserdem trägt die ETH Zürich die Kosten von 2 Mio. Franken für die Betrieb, den Unterhalt und die Kommunikation.
Zudem bewilligte der Bundesrat grundsätzlich 70 weitere Stationen in einer zweiten Phase (2013-2016). Eine Lösung für die Finanzierung Neuinvestitionen der zweiten Projektphase (4.4 Mio. Fr.) muss dem Bundesrat aber noch bis spätestens 2012 unterbreitet werden. Die Betriebs- Unterhalts- und Kommunikationskosten (2.4 Mio Fr.) werden dem Bundesrat im Rahmen der nächsten Botschaft Bildung Forschung und Innovation unterbreitet.
Damit sollen alle veralteten Stationen ersetzt und zusätzlich in Regionen mit erhöhter Gefährdung bzw. erhöhtem Schadenspotential das Stationsnetz verdichtet werden.
Ein Messnetz von nationaler Bedeutung
Das neue Starkbebennetz wird die folgenden Leistungen erfüllen:
Vor grossen Erdbeben: Registrierungen kleiner Erdbeben, mit welchen die Gefährdungsmodelle grosser Erdbeben für die Schweiz laufend überprüft und verbessert werden können.
Bei grossen Erdbeben: Lieferung von Echtzeit-Daten zur schnellen Abschätzung des möglichen Schadenausmasses eines Erdbebens.
Nach einem grossen Erdbeben: Lieferung von Daten als Grundlage für die Ereignisauswertung aus Sicht der Seismologie und des Ingenieurwesens, sowie für den Entscheid über die Verwendung der Mittel aus dem Schweizerischen Pool für Erbebendeckung.
Medienmitteilung des Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK: http://www.news.admin.ch/message/?lang=de&msg-id=25399
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