Überflutungskarten liefern Hinweise über mögliche Hochwassergefährdung
Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat gemeinsam mit Swiss Re schweizweite Überflutungskarten erstellt. Damit besteht eine weitere Möglichkeit, um Gebiete erkennen zu können, die durch Hochwasser gefährdet sind.
Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat bereits verschiedene Übersichten erarbeiten lassen, um die Gefährdungen durch Naturgefahren erkennen zu können. Grundlage dafür bilden geografische Informationsdaten sowie Modellrechnungen. So zeigen etwa die Permafrost-Karten die potenzielle Permafrost-Verbreitung. Das lässt Rückschlüsse auf mögliche Gefährdungen durch Steinschlag und Rutschungen zu.
Ein weiteres Instrument zur generellen Gefahrenbeurteilung sind die neuen Überflutungskarten, die im Rahmen des Projekts Aquaprotect entstanden sind. Aufgrund verschiedener Parameter wurde modellhaft berechnet, wo die möglichen Überflutungszonen sind für Hochwasserereignisse, die statistisch gesehen alle 50, 100, 250 und 500 Jahre eintreten. Bestehende Schutzbauten wurden dabei nicht berücksichtigt. Damit widerspiegeln die Zonen potentielle Überschwemmungsflächen, falls vorhandene Schutzbauten versagen sollten.
Die Überflutungskarten erfüllen mehrere Ziele:
Zum ersten Mal liegt eine schweizweite Übersicht zur potenziellen Gefährdung durch Hochwasser vor, berechnet nach einer einheitlichen Methode.
Dies ermöglicht die Erkennung von möglichen Klumpenrisiken in Bezug auf die Hochwassergefährdung
und somit auch die Abschätzung des betroffenen Schadenpotenzials.
Die Kantone sind zurzeit daran, Gefahrenkarten für alle Naturgefahrenprozesse zu erarbeiten (Hochwasser, Lawinen, Rutschungen, Steinschlag). Diese zeigen die durch Hochwasser gefährdeten Gebiete präziser als die neuen Überflutungskarten. Sie können deshalb nicht durch die Überflutungskarten ersetzt werden. Wo bis jetzt aber noch keine Gefahrenkarten vorliegen, können die Überflutungskarten Hinweise auf mögliche Gefährdungen liefern.
Die Überflutungskarten wurden 2008 im Auftrag des BAFU durch die Swiss Re erstellt. Die Firma Intermap hat das Projekt zusätzlich unterstützt. Das Projekt Aquaprotect ist ein gutes Beispiel für Public Private Partnership, weil Fachexperten der Swiss Re in Zürich, der Firma Intermap in München und das BAFU eng zusammengearbeitet haben.
Medienmitteilung des Bundesamtes für Umwelt BAFU: http://www.bafu.admin.ch/aktuell/medieninformation/00004/index.html?lang=de&msg-id=24494 |