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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Freitag, 8. Januar 2016 12:00 Uhr
Nächste Information: Montag, 11. Januar 2016 12:00 Uhr

Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Hochwasser 2 Genferseebecken, Jura, westlicher Alpennordhang, westliches Mittelland, zentrales Mittelland 08.01.16, 12 Uhr 11.01.16, 12 Uhr

Hochwassergefahr in der Westschweiz und angrenzenden Gebieten

Niederschläge und Schneeschmelze führen ab Freitagabend zu stärkeren Abflussanstiegen in den Flüssen auf der Alpennordseite, insbesondere im Jura und im westlichen Mittelland.

Wetter

Aktuelle Situation

Ein aktives Störungssystem, das zu einem Tief über der Biskaya gehört, wird heute Freitag von Frankreich her zum Alpenraum gelenkt und wird bis am Samstagabend in der Schweiz verbreitet Niederschlag bringen.

Prognose

Im Laufe des Freitags erfasst die Warmfront die Alpennordseite und bringt auf der Alpennordseite und im Wallis verbreitet Niederschlag. Im Süden und in Graubünden bleibt es weitgehend trocken.
Bis am Samstagmorgen werden in der Westschweiz und im Unterwallis zwischen 20 und 40 mm, im Chablais lokal auch bis 50 mm Niederschlag erwartet. In den übrigen Regionen der Alpennordseite sind 10 bis 30 mm zu erwarten.
Die Schneefallgrenze steigt dabei von 1300 rasch auf 1800 Meter, im westlichen Jura und im Genferseegebiet sogar bis gegen 2000 Meter an.
Am Samstagvormittag folgt die Kaltfront und überquert langsam die ganze Schweiz ostwärts. Dabei werden bis am Samstagabend nochmals 5 bis 15 mm Niederschlag, mit Schwerpunkt in den Alpen, erwartet. Die Schneefallgrenze sinkt dabei im Tagesverlauf gegen 1200 Meter ab.

Schnee

Aktuelle Situation

Die Schneemengen sind trotz der jüngsten Schneefälle im langjährigen Vergleich weiterhin stark unterdurchschnittlich. Unterhalb 1400m ist die Schneedecke flachgründig und variabel. Die mittlere Schneelagengrenze lag heute Morgen zwischen 900m und 1100m. Oberhalb von 1700m ist die Schneedecke mehrheitlich trocken, darunter ist sie durchfeuchtet.

Prognose

Ab heute Mittag regnet es unterhalb von 1600m in die bestehende Schneedecke bei teilweise windigen Verhältnissen. Dies führt zu erhöhten Schmelzraten im Jura und entlang des Alpennordhanges mit Schwerpunkt in den Berner Alpen. Dabei werden bis Samstagmorgen in den betroffenen Gebieten Schmelzmengen von durchschnittlich 15-20mm, lokal bis zu 30mm erreicht, letztere vor allem im Höhenbereich um 1300m. Ab Samstagmorgen nehmen die Schmelzmengen ab und liegen auch in den exponierten Gebieten unter 15mm, am Sonntag unter 10mm. Die lokalen Schmelzmengen sind dabei teilweise durch den verfügbaren Schnee limitiert. Auf der Alpennordseite fällt oberhalb 1800m der Niederschlag heute mehrheitlich als Schnee, bei bis Sonntag leicht sinkender Schneefallgrenze.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Situation

Regen und Schneeschmelze führten in den letzten Tagen zu verbreiteten Abflussanstiegen auf der Alpennordseite, insbesondere in den kleineren und mittleren Fliessgewässern im Jura und im westlichen Mittelland. Die grossen Flüsse reagierten bisher vergleichsweise wenig. Die Pegel der Jurarandgewässer befinden sich derzeit auf einem jahreszeitlich normalen Niveau, sind aber aufgrund der erhöhten Zuflüsse am Steigen.

Prognose

In den nächsten Tagen werden die vorhergesagten Niederschläge in Kombination mit Schneeschmelze zu stärkeren Abflussanstiegen in den betroffenen Gebieten führen. Erhöhte Abflüsse werden insbesondere für die Zuflüsse zu den Jurarandgewässern und zum Genfersee erwartet. Aber auch Flüsse wie die Birs and die Saane könnten markante Abflussanstiege bis in den Bereich der Gefahrenstufe 2 verzeichnen. Die Abflussspitzen werden im Verlaufe des Samstagvormittags vorhergesagt. An den Folgetagen sind wiederholte Anstiege möglich. Auch die Seepegel werden in den nächsten Tagen stärker ansteigen, allerdings nach aktueller Einschätzung keine Gefahrenstufen erreichen.

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