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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Samstag, 16. Mai 2015 12:00 Uhr
Nächste Information: Montag, 18. Mai 2015 12:00 Uhr

Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Hochwasser 4 Aare unterhalb Bielersee 13.05.15, 12 Uhr 18.05.15, 12 Uhr
Hochwasser 2 Neuenburgersee 13.05.15, 12 Uhr 18.05.15, 12 Uhr

Hochwasserentwarnung für Alpennordhang, Oberwallis, Graubünden und Tessin

Die Abflüsse der Fliessgewässer in den Voralpen und Alpen bleiben in den nächsten Tagen aufgrund der Schneeschmelze auf erhöhtem Niveau. Die Lage an den Jurarandseen entspannt sich weiter.

Wetter

Aktuelle Situation

Auf der Alpennordseite sind in den letzten 48 Stunden zwischen 20 und 40 mm Niederschlag gefallen, in den Alpen waren es 40 bis 70 mm. Die Schneefallgrenze ist im Verlauf des Freitags besonders im Berner Oberland und angrenzenden Gebieten der westlichen und zentralen Alpen und Voralpen bis auf die Talböden abgesunken. Oberhalb von rund 1500 Metern ist hier verbreitet 15 bis 40 cm nasser Neuschnee gefallen.

Auf der Alpensüdseite fielen 60 bis 120 mm Niederschlag, örtlich wurden bis 150 mm gemessen. Das Schwergewicht der Niederschläge lag im Mitteltessin sowie in den westlich angrenzenden Gebieten Italiens (Einzugsgebiet Lago Maggiore). In den Gebieten längs des Alpenhauptkamms fielen oberhalb von 2000 Metern rund 10 bis 30 cm Neuschnee.

Prognose

Von Samstag bis Montag ist das Wetter oft sonnig, es ist nicht mit nennenswerten Niederschlägen zu rechnen.

Von Dienstag bis nächsten Samstag stellt sich voraussichtlich eine Wetterlage ein, die weitere signifikante Niederschläge bringen dürfte. Die momentan vorliegenden Prognoseunterlagen unterliegen zwar von Tag zu Tag noch erheblichen Schwankungen, deuten auf der Alpennordseite aber auf ein Niederschlagsereignis mit rund 50 bis 100 mm Niederschlag hin, verteilt auf etwa drei Tage. Das Schwergewicht der Gesamtsumme dürfte am östlichen Alpennordhang und in den zentralen und östlichen Alpen liegen, hier sind 120 mm möglich. Die Schneefallgrenze dürfte erneut wieder auf 1000 bis 1500 m absinken, inneralpin auch tiefer.

Auf der Alpensüdseite wird im gleichen Zeitraum flächendeckend mit 70 bis 120 mm Niederschlag gerechnet, die Schneefallgrenze liegt hier bei rund 2000 Metern.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Lage

Die Wasserstände haben vor allem im Süden und im Alpenrhein auf die intensiven Niederschläge von Freitag mit starken Abflussanstiegen reagiert. Einzelne kleine bis mittelgrosse Fliessgewässer haben die Gefahrenstufe 2 erreicht und sind jetzt am Sinken. Am Alpennordhang und im Wallis war der Anstieg aufgrund der tiefen Schneefallgrenze nur gering. Dementsprechend kann die regionale Hochwasserwarnung für die kleinen und mittleren Fliessgewässer aufgehoben werden. Als Folge der erhöhten Zuflüsse, sind die Seen zum Teil stark gestiegen, vor allem die Tessinerseen. Auch die Pegel des Brienzer-, Thuner-, Bieler-, Vierwaldstätter- und Zürichsee sind leicht angestiegen. Nur der Lago di Lugano steigt noch, die anderen Seen haben sich stabilisiert, der Lago Maggiore sinkt bereits. Diese Seen befinden sich alle in der Gefahrenstufe 1. Die Gefahrenstufe 2 wurde am Vierwaldstättersee aufgrund der tiefen Schneefallgrenze nicht erreicht, die Hochwasserwarnung kann damit aufgehoben werden. Der Neuenburger- und der Murtensee liegen zurzeit in der Gefahrenstufe 2. In der ganzen Schweiz sind die Abflüsse und Pegelstände zurzeit erhöht.

Prognose

Obwohl keine Niederschläge bis Dienstag prognostiziert sind, werden die Fliessgewässer in den Voralpen und Alpen in den nächsten Tagen aufgrund der Schneeschmelze zum Teil leicht ansteigen und erhöht bleiben. Als Folge der erhöhten Zuflüsse zu den Seen bleiben die Pegelstände der Voralpenseen, des Bodensees sowie des Lago di Lugano in den nächsten Tagen auf hohem Niveau. Der Pegel des Bodensees steigt weiterhin langsam und der Pegel des Lago di Lugano sollte ab Sonntag sinken. Die Seeausflüsse sowie der Hochrhein bei Basel bleiben in den nächsten Tagen überdurchschnittlich hoch. Um die Jurarandseen weiter zu entlasten, wird der Ausfluss des Bielersees weiterhin auf hohem Niveau reguliert. Deshalb werden für die Aare bis zur Mündung der Emme die Gefahrenstufe 4 und bis zur Mündung in den Hochrhein die Gefahrenstufe 2 beibehalten. Als Folge der Regulierung am Wehr Port, werden die Pegel an den Jurarandseen weiter sinken. Der Murtensee sollte am Sonntag die Gefahrenstufe 1 erreichen. Der Bielersee liegt schon in der Gefahrenstufe 1. Die Warnung kann für diese zwei Seen aufgehoben werden. Am Neuenburgersee gilt weiterhin die Gefahrenstufe 2.

Kontextspalte